21. November 2012

Die thermische Wirkung von Nahrungsmitteln

Nahrungsmittel sind Energielieferanten. Nicht nur, um hinterher satt und mit mehr Power durch den Tag zu gehen, sondern auch für die ganzen Prozesse in unserem Körper. Dabei wirken sie verflüssigend oder verfestigend, zusammen ziehend oder weitend und natürlich auch heiß, warm oder kalt bzw. kühlend. So macht es in der kalten Jahreszeit Sinn, wärmende Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, in der heißen Jahreszeit werden wir dankbar über kühlende Nahrungsmittel sein. Es ist eine spannende Ebene, beim Essen nicht nur auf seinen Geschmack, sondern auch auf die thermische Wirkung zu achten. Hier die Listen:

Direkt thermisch wirkend
Es gibt Nahrungsmittel, die haben eine direkte thermische Wirkung, die bei allen Menschen wirkt.



heiß
Zimt, Süßkartoffel (gekocht)

warm
Süßholz (Tee), Ingwer (Tee), Kartoffel (gekocht), Linsen

kalt
Orangen, Mandarinen, Melone, Milch, Pfefferminze (Tee), Minze (Tee)



Wenn man nun bedenkt, das zur Weihnachtzeit viele Orangen gegessen, heiße Milch mit Honig oder haushaltsüblicher Pfeffi-Tee („Komm, ich mach dir mal ein warmen Tee zum aufwärmen“) getrunken wird, dann wird schnell klar, wie unwissend und unbewusst angesichts der thermischen Wirkung wir sind.

Aber wo sind die ganzen anderen Nahrungsmittel hin, die allgemeingültig als wärmend oder abkühlend gelten? Das halbe Nahrungsangebot vom Weihnachtsmarkt fehlt ja. Gucken wir uns das mal an und räumen thermische Mythen aus…

Indirekt thermisch wirkend
Neben den direkt thermisch wirkenden Nahrungsmitteln gibt es jene, die sich durch das, was der Körper im Anschluss wegen ihnen macht, erwärmend oder abkühlend auswirken. Nahrungsmittel, die zum Beispiel durchbluten, (Adern) weitend wirken, den Kreislauf anregend etc.

heiß
- scharfe Gewürze (schwarzer Pfeffer, Curry, Muskat, Chili, Cayenne): wirken anregend und mit ein bisschen Action im System wird uns warm – wie beim Sport.
- hochprozentiger Alkohohl (Schnäpse): wirken ebenfalls anregend
- Aprikosen: regt das System an, noch ein Scheitel Holz im eigenen Ofen aufzulegen. Den eigenen Wärmehaushalt anzufeuern sozusagen.

warm
- Rotwein/Glühwein – wirkt weitend. Und wo mehr Blut fließt, wird es auch warm
- weißer Rettich: erhöht die Geschwindigkeit von Lymphflüssigkeit und Blut und zack ist die Wärme im Blut schneller verteilt im Körper.
- Koriander: vereinzelt die Blutbestandteile und was nicht klumpig ist, sondern schön flüssig, fließt auch schneller
- Knoblauch: wirkt treibend (schweiß zum Beispiel). Ist, als wenn jemand im Körper einen Gang höher schaltet
- Oregano: wirkt Muskel durchblutend. Das macht auch warm.
- Majoran: verbessert die Funktion der Nerven. Und wenn die plötzlich besser checken,  dass dem Körper kalt ist, wird der Befehl erteilt, mal zu heizen.
- Kaffee: wirkt anregend.
- Kakao: Milch wirkt an sich kühlend und verflüssigend. In Kombination mit Schoko (Herz + Arterien Lieblingsfutter) wird der Blutkreislauf angeschupst.
- Lauch: wirkt verflüssigend und was schneller fließt, macht auch schneller warm
- rote Beete: hilft rote Blutkörperchen auszuschütten und das wieder rum kann das Blut in bessere Voraussetzungen bringen (je nach Ausgangslage und gesundheitlicher Situation)
- Kirschen: regen den Dickdarm an, Stoffe aus dem Nahrungsbrei schneller dem System zur Verfügung zu stellen. Folglich sind schneller alle möglichen Bausteine da. Das kann auch zu Erwärmung führen.

kalt
- die meisten Gemüsesorten und Salate: Es ist ein Trugschluss, das uns vom Salat essen kalt wird. Richtig ist, dass uns kalt wird, aber nur deswegen, weil Salat bisschen „energieaufwendiger“ ist, ihn zu verdauen. Es rutschen also die meisten Energien in die Verdauung und das „Körper warm halten“ muss mal kurz warten. Dafür kann aber der arme Salat nichts! Menschen, bei denen maximal viele Energiemeridiane frei sind, werden nach dem Salat essen nicht frösteln. Das betrifft nur die blockierten Zeitgenossen.
- Zitrone: wirkt „zusammen ziehend“. Und durch enge Blutgefässe kommt nicht so viel warmes Blut.
- rohe Tomaten: wirken Toxine lösend. Und wo viele Gifte rumschwirren, muss natürlich mit “Energieaufwand“ das Toxine-Fang-Programm starten. Der Körper hat also schlicht etwas anderes zu tun.

Alle Nahrungsmittel, die ich unter Indirekt thermisch wirkend aufgeführt habe, können – müssen aber nicht – thermisch wirken. Es ist die Folgereaktion des Körpers, die erwärmend oder abkühlend sein kann. Das hat etwas mit dem eigenen Gesundheitszustand zu tun. Verlass darauf ist nicht. Hier kann sich jeder nur selbst beobachten.

Und abermals sehen wir, dass das Angebot zur Weihnachtszeit mit Glühwein, Gewürzen, Schnäpsen und Kakao eine ganz schöne thermische Mogelpackung ist. Es kann erwärmend wirken, muss aber nicht. Und definitiv länger durchwärmend sind die direkt thermischen Nahrungsmittel. Sie haben nämlich sonst keine energetische Wirkung, als zu erwärmen, während die indirekten thermischen Nahrungsmittel nur „nebenbei“ erwärmen. Sie sind also wie Glühlampen, die auch warm werden, aber eigentlich leuchten sollen.

Und damit viel Spaß beim Essen und allzeit wohlige Körper-Temperaturen.

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